Sicherheitsstrukturen mit Zero Trust innovativ gestalten

Autor: Roman Mayr

Sicherheitsstrukturen mit Zero Trust innovativ gestalten

IT-Sicherheit & Compliance ·

Zero Trust ist ein Sicherheitsmodell, das auf der Annahme basiert, dass Bedrohungen sowohl innerhalb als auch ausserhalb eines Netzwerks auftreten können. Daher sollte grundsätzlich keinem Benutzer oder Gerät vertraut werden, unabhängig davon, ob sie sich innerhalb oder ausserhalb des Unternehmensnetzwerks befinden. Die klare Kernaussage lautet: Ein Zero-Trust-Ansatz ist notwendig, um moderne Sicherheitsanforderungen zu erfüllen und Daten effektiv zu schützen.

Fehler 1: Unzureichende Sichtbarkeit und Kontrolle

Ein häufiger Fehler bei der Implementierung von Zero Trust besteht darin, dass Unternehmen keine vollständige Transparenz über ihre Netzwerkressourcen und -aktivitäten haben. Ohne umfassende Sichtbarkeit können verdächtige Aktivitäten leicht unbemerkt bleiben. Um diesen Fehler zu vermeiden, sollten Unternehmen in geeignete Tools für Netzwerküberwachung und -analyse investieren. Diese Tools sollten in der Lage sein, den gesamten Datenverkehr zu überwachen und unberechtigte Zugriffe zuverlässig zu identifizieren.

Fehler 2: Zu umfassende Zugriffsrechte

Ein weiterer typischer Fehler ist die Bereitstellung übermässiger Zugriffsrechte für Benutzer und Geräte. Dies kann zu erheblichen Sicherheitsrisiken führen, insbesondere wenn Anmeldedaten kompromittiert werden. Zero Trust erfordert eine strikte Durchsetzung des Prinzips der minimalen Privilegien. Unternehmen sollten sicherstellen, dass Benutzer und Geräte nur Zugriff auf die für ihre Aufgaben erforderlichen Ressourcen haben. Dies kann durch regelmässige Überprüfungen der Zugriffsrechte und die Implementierung von Identitäts- und Zugriffsmanagementlösungen erreicht werden.

Fehler 3: Fehlender kontinuierlicher Überprüfungsprozess

Oft wird Zero Trust als eine einmalige Implementierung betrachtet, die nach Zuordnung der Zugriffsrechte abgeschlossen ist. In Wirklichkeit ist es jedoch ein kontinuierlicher Prozess. Die Bedrohungslandschaft ändert sich stetig, weshalb es unerlässlich ist, kontinuierlich zu überwachen und zu überprüfen. Ein Vierteljahres- oder monatlicher Überprüfungsprozess sollte etabliert werden, um sicherzustellen, dass alle Sicherheitsmassnahmen aktuell sind und an neue Bedrohungen angepasst werden.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Analyse der aktuellen Sicherheitsinfrastruktur: Beginnen Sie mit einer gründlichen Übersicht über Ihre aktuelle Netzwerksicherheitsinfrastruktur. Überprüfen Sie vorhandene Sicherheitsmassnahmen, um Sicherheitslücken oder Schwachstellen zu identifizieren, die behoben werden müssen.
  2. Implementierung von Netzwerküberwachungs-Tools: Wählen und implementieren Sie Tools zur Echtzeit-Netzwerküberwachung, um vollständige Transparenz über alle Netzwerkaktivitäten zu schaffen.
  3. Evaluieren und Anpassen von Zugriffsrechten: Führen Sie ein Audit durch, um sicherzustellen, dass alle Benutzer und Geräte nur die notwendigen Zugriffsrechte besitzen. Passen Sie die Zugriffsrechte an den Status der minimalen Privilegien an.
  4. Einführung eines Identitäts- und Zugriffsmanagements: Setzen Sie ein IAM-System ein, um die Verwaltung von Benutzeridentitäten und Zugriffsrechten zu automatisieren und zu sichern.
  5. Risikobasierter Ansatz für Zugriffsentscheidungen: Erstellen Sie Risikorichtlinien, die den Zugriff basierend auf der Risikostufe der Benutzergeräte und der Aktionen, die sie ausführen möchten, dynamisch gewähren oder verweigern.
  6. Kontinuierliche Überprüfung und Anpassung: Stellen Sie sicher, dass ein Plan zur regelmässigen Überprüfung und Aktualisierung der Sicherheitsmassnahmen existiert, der auf die sich ändernde Bedrohungslandschaft reagiert.

Diese Schritte sollten als Ausgangspunkt dienen, um ein Zero-Trust-Modell effektiv umzusetzen. Es erfordert Engagement und kontinuierliche Weiterentwicklung, um den bestmöglichen Schutz für Ihr Unternehmen zu gewährleisten.