Software-Entwicklung (SaaS): Architektur und Skalierung

Autor: Roman Mayr

Software-Entwicklung (SaaS): Architektur und Skalierung

Software-Entwicklung (SaaS) ·

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Entwicklung von Software-as-a-Service (SaaS)-Lösungen liegt in einer soliden Architektur und der Fähigkeit zur Skalierung. Eine robuste Architektur bildet das Fundament für ein skalierbares System, das nachhaltig und wachstumsfähig ist. Fehler in der Architektur und Skalierbarkeit führen früher oder später zu Performance-Problemen und erhöhter Komplexität.

Typische Fehler in Architektur und Skalierung

Ein häufiger Fehler in der SaaS-Entwicklung ist das Fehlen einer klar definierten Mandantenfähigkeit. Oftmals wird nicht von Anfang an darauf geachtet, dass die Software in der Lage ist, mehrere Kunden (Mandanten) effizient zu bedienen. Dieses Versäumnis kann dazu führen, dass massive Nacharbeiten notwendig werden, sobald die Kundenbasis wächst. Die Lösung liegt in einem frühzeitigen Design für Multi-Tenancy, bei dem die Daten jedes Mandanten sicher und isoliert gespeichert werden.

Ein weiterer typischer Fehler ist die unzureichende Planung der Datenbank-Skalierung. Entwicklern fehlt oft das Bewusstsein dafür, wie Datenbanken auf Wachstum reagieren. Eine monolithische Datenbankstruktur kann bei steigender Anwendungslast schnell an ihre Grenzen stossen. Um dies zu beheben, kann eine horizontale Datenbank-Skalierung eingeführt werden, wie etwa Sharding oder der Einsatz von NoSQL-Datenbanken, die besser mit grossen Datenvolumina umgehen können.

Schliesslich neigen Entwickler manchmal dazu, sich zu frühzeitig für spezifische Technologien zu entscheiden, statt sich auf eine flexible Architektur zu konzentrieren. Dadurch werden spätere Veränderungen in Reaktion auf neue Anforderungen erschwert. Eine modulare Architektur, die den Austausch oder die Anpassung von Komponenten ermöglicht, ist hier die Lösung. Microservices können dabei helfen, die Flexibilität zu erhöhen.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Analyse der bestehenden Architektur: Unternehmen sollten zunächst eine umfassende Analyse der bestehenden Architektur durchführen, um potenzielle Schwachstellen zu identifizieren. Dies kann in Form von Architektur-Reviews geschehen, bei denen sowohl technische als auch betriebliche Anforderungen überprüft werden.
  2. Implementierung von Multi-Tenancy: Wenn Ihr SaaS-Produkt noch nicht mandantenfähig ist, starten Sie mit der Implementierung dieser Fähigkeit. Beginnen Sie mit einem Proof of Concept in einer isolierten Umgebung, um die Mandantenfähigkeit zu testen, bevor Sie sie großflächig einführen.
  3. Datenbank-Skalierung planen: Evaluieren Sie die Datenbank-Struktur und identifizieren Sie Engpässe. Überlegen Sie, ob horizontales Skalieren durch Sharding oder der Wechsel zu einer NoSQL-Datenbank in Ihrem Kontext sinnvoll ist.
  4. Entwicklungsrichtlinien aktualisieren: Überarbeiten Sie Ihre Entwicklungsrichtlinien, um eine modulare und leicht skalierbare Architektur zu fördern. Schulungen und Workshops können dabei helfen, das Entwicklungsteam mit den notwendigen Fähigkeiten auszustatten.
  5. Pilotprojekte starten: Beginnen Sie mit Pilotprojekten, um neue Technologien oder Architekturmuster zu testen. Achten Sie darauf, die Ergebnisse sorgfältig zu dokumentieren und zu analysieren, um daraus zu lernen.

Durch die Beachtung dieser Schritte und die kontinuierliche Anpassung an technologische Entwicklungen legen Unternehmen den Grundstein für nachhaltiges Wachstum und Stabilität ihrer SaaS-Lösungen.