Störungsfreie Rollouts in der Unternehmenspraxis

Autor: Roman Mayr

Störungsfreie Rollouts in der Unternehmenspraxis

Rollouts & Service Provider ·

Ein Rollout ohne Betriebsunterbrechung ist für viele Unternehmen entscheidend, um die Kontinuität ihrer Geschäftsprozesse zu gewährleisten und finanzielle Verluste zu vermeiden. Die Implementierung neuer Systeme oder die Aktualisierung bestehender IT-Infrastrukturen stellt jedoch eine komplexe Herausforderung dar, bei der gewisse Fehler häufig zum Scheitern führen können.

Typische Fehler und deren Korrektur

Ein häufiger Fehler im Rollout-Prozess ist unzureichende Planung. Oftmals fehlt es an einer detaillierten Projektplanung, die alle Aspekte des Rollouts berücksichtigt. Dies führt zu unerwarteten Problemen und Verzögerungen. Korrektur: Bereits in der Planungsphase sollten alle Schritte detailliert festgehalten und die notwendigen Ressourcen klar zugewiesen werden. Regelmässige Überprüfung des Projektfortschritts und flexible Anpassungen bei unvorhergesehenen Entwicklungen sind unerlässlich.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die unzureichende Kommunikation. Relevante Stakeholder werden oft nicht ausreichend informiert oder in den Prozess eingebunden. Dies kann dazu führen, dass notwendige Anpassungen erst spät erkannt werden, was die Effizienz und den Erfolg des Rollouts gefährdet. Korrektur: Eine offene und kontinuierliche Kommunikation mit allen beteiligten Parteien sollte etabliert werden. Dies umfasst regelmässiges Feedback, das Einbeziehen von Teammitgliedern in den Entscheidungsprozess und das rechtzeitige Kommunizieren von Änderungen.

Ein dritter typischer Fehler ist die Vernachlässigung von Tests. Viele Unternehmen überspringen oder verkürzen die Testphase, um Zeit zu sparen, was jedoch zu schwerwiegenden Betriebsunterbrechungen führen kann, wenn die neuen Systeme im Live-Betrieb nicht wie erwartet funktionieren. Korrektur: Eine gründliche Testphase sollte im Vorfeld des Rollouts eingeplant werden, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Dabei sollten sowohl technische als auch Nutzertests durchgeführt werden.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage

In den ersten 14 Tagen sollte der Fokus auf der detaillierten Projektplanung liegen. Erstellen Sie einen umfassenden Zeitplan, der alle Aktivitäten und Meilensteine des Rollouts umfasst. Identifizieren Sie die Hauptverantwortlichen für jede Aufgabe und stellen Sie sicher, dass alle Teammitglieder die notwendigen Ressourcen und Informationen zur Verfügung haben.

Parallel dazu sollte eine Kommunikationsstrategie erstellt werden, um sicherzustellen, dass alle relevanten Stakeholder involviert sind. Organisieren Sie ein Kick-off-Meeting, um die Ziele und den Zeitrahmen zu besprechen und die Kommunikationskanäle festzulegen.

In den darauffolgenden 16 Tagen sollten intensive Tests durchgeführt werden. Entwickeln Sie Testpläne, die sowohl Funktionalität als auch Nutzbarkeit abdecken. Führen Sie diese Tests unter realistischen Bedingungen durch und notieren Sie alle Abweichungen oder Probleme. Es ist ratsam, hierbei auch eine kleine Gruppe von Endbenutzern einzubeziehen, um wertvolles Feedback zu sammeln.

Am Ende dieser Phase sollte ein Go-Live-Entscheidungsmeeting stattfinden, in dem die Ergebnisse der Tests besprochen werden. Entscheiden Sie gemeinsam, ob das System bereit für den Rollout ist. Falls dies der Fall ist, planen Sie den Livegang mit präzisen Schritten, um den nahtlosen Übergang zu gewährleisten. Falls nicht, identifizieren Sie die Schwachstellen und setzen Sie Prioritäten für Korrekturmassnahmen.