
Transparenz in KI: Herausforderungen für KMU
Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind Kernaspekte von Responsible AI in der Unternehmensführung. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Schweiz birgt die Implementierung von Künstlicher Intelligenz (KI) sowohl immense Chancen als auch Risiken in Bezug auf gesetzliche Compliance und gesellschaftliche Akzeptanz. Der folgende Artikel beleuchtet typische Stolpersteine und bietet praxisnahe Tipps zur Verbesserung der Transparenz und Nachvollziehbarkeit in KI-Anwendungen.
Typische Fehler
Ein häufig auftretender Fehler ist die unzureichende Dokumentation von KI-Entscheidungsprozessen. Ohne umfassende Aufzeichnungen über die Datenquellen, verwendeten Algorithmen und Entscheidungswege wird es schwierig, Entscheidungen im Nachhinein nachvollziehbar zu machen. Unternehmen sollten sicherstellen, dass detaillierte Dokumentationen erstellt und kontinuierlich gepflegt werden. Dazu gehört auch die Integration von Tools, die automatisch Protokolle der Entscheidungswege generieren und speichern.
Ein zweiter klassischer Fehler ist der unklare Umgang mit Modell-Updates. Viele Unternehmen aktualisieren ihre KI-Modelle regelmässig, um deren Leistungsfähigkeit zu optimieren. Dabei besteht die Gefahr, dass Änderungen unzureichend kommuniziert werden. Die Einführung eines stringenten Change-Management-Prozesses kann diesem Problem vorbeugen. Jede Änderung sollte sowohl dokumentiert als auch an relevante Stakeholder kommuniziert werden.
Ein dritter Fehler liegt in der Vernachlässigung der Benutzeraufklärung. KI-Systeme sind oft als Black-Box-Lösungen konzipiert, was es den Nutzern erschwert, Entscheidungen zu verstehen. Unternehmen sollten dazu übergehen, ihre Lösungen so zu gestalten, dass die Hintergründe von Entscheidungen auch für nicht-technische Nutzer verständlich sind. Das Implementieren nutzerfreundlicher Interfaces und die Bereitstellung von Schulungen für Mitarbeitende sind entscheidende Faktoren.
Handlungsanleitung für 14–30 Tage
In einem ersten Schritt sollten Unternehmen ein Transparenz-Audit für ihre bestehenden KI-Systeme durchführen. Identifizieren Sie Bereiche, in denen die Entscheidungsprozesse unklar erscheinen, und überprüfen Sie bestehende Dokumentationspraktiken. Setzen Sie dabei Tools ein, die automatisierte Berichte über Entscheidungsprozesse liefern können.
In den nächsten ein bis zwei Wochen sollte ein Change-Management-Prozess für Modell-Updates implementiert werden. Entwickeln Sie Richtlinien für die Dokumentation und Kommunikation von Änderungen. Verantwortlichkeiten sollten klar verteilt sein, und die Mitarbeitenden entsprechend geschult werden.
Zugleich ist es ratsam, benutzerfreundliche Informationsmaterialien zu entwickeln. Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeitenden Zugang zu verständlichen Erklärungen bezüglich der Funktionsweisen Ihrer KI-Systeme haben. Organisieren Sie in den Folgewochen Workshops, um offene Fragen zu klären und das Verständnis der Mitarbeitenden zu vertiefen.
Durch die konsequente Umsetzung dieser Schritte gewinnen Schweizer KMU nicht nur an interner Effizienz, sondern stärken auch das Vertrauen ihrer Kunden und Partner in die eingesetzten KI-Technologien. Die Investition in Transparenz und Nachvollziehbarkeit bietet einen langfristigen Wettbewerbsvorteil auf dem Weg zu einem verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz.