Use Cases als Grundlage für präzise Anforderungen

Autor: Roman Mayr

Use Cases als Grundlage für präzise Anforderungen

Business Analyse ·

Die Transformation vom Use Case zur Anforderung ist ein zentraler Bestandteil der Business Analyse. Sie bildet die Brücke zwischen der Erforschung dessen, was ein System leisten soll, und der detaillierten Beschreibung dessen, was entwickelt werden muss. Dabei können einige Stolpersteine auftauchen, die den gesamten Prozess beeinträchtigen können.

Kernaussage: Ein klar strukturierter Ansatz zur Definition von Anforderungen aus Use Cases minimiert Fehler und verbessert die Klarheit für alle Projektbeteiligten.

Typische Fehler und deren Korrektur


  1. Unklare Use Cases: Ein häufiges Problem besteht darin, dass der Use Case selbst unklar oder unvollständig ist. Dies führt zwangsläufig zu Anforderungen, die Missverständnisse hervorrufen können. Die Korrektur besteht darin, jeden Use Case präzise zu definieren und alle relevanten Akteure, Interaktionen sowie erwarteten Ergebnisse klar zu beschreiben. Häufige Abstimmungen mit den Stakeholdern können helfen, Klarheit und Vollständigkeit zu gewährleisten.
  2. Anforderungen ohne Priorisierung: Ein weiterer Fehler ist die fehlende Priorisierung der Anforderungen. Alle Anforderungen gleich zu behandeln, kann zu Engpässen und ineffizienter Ressourcennutzung führen. Um dies zu korrigieren, sollten die Anforderungen nach ihrer geschäftlichen Relevanz und ihrem technischen Risiko priorisiert werden. Die MoSCoW-Methode (Must have, Should have, Could have, Won't have) ist hierbei eine etablierte Technik.
  3. Unzureichende Validierung: Manchmal werden Anforderungen ohne hinreichende Validierung fortgeschrieben. Dies kann dazu führen, dass die Lösung nicht den tatsächlichen Bedürfnissen entspricht. Der Korrekturansatz besteht darin, kontinuierliche Feedback-Schleifen mit den Endnutzern und Stakeholdern durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Anforderungen korrekt verstanden und formuliert sind.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Tage 1–7: Führen Sie Workshops mit den Stakeholdern durch, um sicherzustellen, dass alle Use Cases vollständig und klar definiert sind. Dokumentieren Sie jede Interaktion und jeden erwarteten Ausgang detailliert.
  2. Tage 8–14: Beginnen Sie mit der detaillierten Ausformulierung der Anforderungen. Nutzen Sie die MoSCoW-Methode, um jede Anforderung zu priorisieren. Stellen Sie sicher, dass jede Anforderung anhand der erarbeiteten Use Cases rückverfolgbar ist.
  3. Tage 15–21: Validieren Sie die ersten Entwürfe der Anforderungen in Feedback-Sitzungen mit den Stakeholdern. Passen Sie die Anforderungen basierend auf dem erhaltenen Feedback an.
  4. Tage 22–30: Konsolidieren Sie die endgültigen Anforderungen. Bereiten Sie eine Präsentation oder Dokumentation vor, die für alle Projektbeteiligten verständlich ist. Der Abschluss sollte eine Zustimmung der wichtigsten Stakeholder einholen.

Durch die konsequente Anwendung dieser Vorgehensweise kann sichergestellt werden, dass die abgeleiteten Anforderungen klar, vollständig und gut abgestimmt auf die geschäftlichen Ziele sind.