Verbesserungspotenziale durch Engpassmanagement

Autor: Roman Mayr

Verbesserungspotenziale durch Engpassmanagement

Prozessoptimierung ·

Engpässe stellen in vielen Unternehmen eine grosse Herausforderung dar, da sie die Effizienz und Produktivität erheblich beeinträchtigen können. Die Fähigkeit, Engpässe zu identifizieren und zu beseitigen, ist daher entscheidend für eine erfolgreiche Prozessoptimierung. Der Kern dieses Artikels ist, praxisnahe Ansätze zur Erkennung und Behebung von Engpässen in Unternehmensprozessen zu bieten.

Typische Fehler bei der Erkennung von Engpässen

Ein häufiges Missverständnis bei der Erkennung von Engpässen besteht darin, dass Unternehmen nicht alle involvierten Prozessschritte analysieren. Anstatt den gesamten Prozess von Anfang bis Ende zu betrachten, konzentrieren sie sich oft nur auf offensichtliche Problemzonen. Dadurch können versteckte Engpässe übersehen werden. Die Korrektur dieses Fehlers beginnt mit einer umfassenden End-to-End-Prozessanalyse. Ein vollständiges Flussdiagramm des Prozesses kann dabei hilfreich sein, um jeden Schritt detailliert zu untersuchen.

Ein weiterer typischer Fehler ist die alleinige Fokussierung auf quantitative Daten. Unternehmen neigen dazu, messbare Ergebnisse wie Produktionszahlen oder Durchlaufzeiten in den Vordergrund zu rücken, während qualitative Faktoren wie Mitarbeitermoral oder Kundenfeedback vernachlässigt werden. Diese qualitativen Daten liefern jedoch oft wertvolle Hinweise auf potenzielle Engpässe. Um diesen Fehler zu korrigieren, sollten Firmen sowohl quantitative als auch qualitative Daten in ihre Analyse einbeziehen.

Fehler bei der Behebung von Engpässen

Ein häufig vorkommender Fehler bei der Behebung von Engpässen ist die einseitige Investition in technische Lösungen, während organisatorische oder personelle Faktoren unbeachtet bleiben. Technologische Investitionen können zwar kurzfristige Verbesserungen bewirken, aber ohne die gleichzeitige Berücksichtigung menschlicher und organisationaler Aspekte führen sie selten zu nachhaltigen Lösungen. Korrekturmassnahmen umfassen die Einbindung von Mitarbeitenden in den Verbesserungsprozess, um deren unmittelbare Erfahrungen und Vorschläge zu berücksichtigen, sowie Schulungen zur Förderung der Akzeptanz neuer Technologien.

Ein weiterer Fehler besteht in der unzureichenden Priorisierung der Engpässe. Unternehmen versuchen oft, alle betrieblichen Engpässe gleichzeitig zu beheben, was zu Ressourcenknappheit und Verwirrung führen kann. Eine strukturierte Priorisierung, bei der Engpässe entsprechend ihrer Auswirkungen auf den Gesamtprozess gewichtet werden, ist entscheidend. So wird gewährleistet, dass die wichtigsten Problembereiche zuerst adressiert werden.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Prozessabbildung erstellen: Beginnen Sie mit der Erstellung eines detaillierten Flussdiagramms des Prozesses, den Sie optimieren möchten. Notieren Sie jeden Schritt und bestimmen Sie, wo Verzögerungen oder Ineffizienzen auftreten.
  2. Daten sammeln und analysieren: Sammeln Sie sowohl quantitative als auch qualitative Daten. Dokumentieren Sie Produktionsmetriken ebenso wie Feedback von Mitarbeitenden und Kunden, um ein umfassendes Bild der momentanen Situation zu erhalten.
  3. Engpässe identifizieren und priorisieren: Verwenden Sie die gesammelten Daten, um Engpässe zu identifizieren. Priorisieren Sie diese Engpässe basierend auf ihrer Auswirkung auf den Gesamtprozess und deren Dringlichkeit.
  4. Massnahmen entwickeln: Ausgehend von der Priorisierung erarbeiten Sie spezifische Massnahmen. Berücksichtigen Sie dabei technologische Bedürfnisse sowie organisatorische und personelle Anpassungen.
  5. Massnahmen umsetzen und überwachen: Beginnen Sie mit der Implementierung der Massnahmen in der festgelegten Reihenfolge. Überwachen Sie die Ergebnisse kontinuierlich, um sicherzustellen, dass die Engpässe tatsächlich behoben werden und keine neuen Schwierigkeiten auftreten.
  6. Feedbackprozess einrichten: Etablieren Sie einen kontinuierlichen Feedbackmechanismus, der es ermöglicht, fortlaufend Prozesse zu hinterfragen und optimieren. Dies fördert eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung.

Indem Sie diese Schritte befolgen, können Sie Engpässe nicht nur effizient erkennen und beheben, sondern auch die Prozessoptimierung nachhaltig in Ihrem Unternehmen verankern.