Verhandlungsführung: Win-Win-Strategien

Autor: Roman Mayr

Verhandlungsführung: Win-Win-Strategien

Verhandlungsführung ·

Einleitung

Win-Win-Strategien in der Verhandlungsführung sind darauf ausgelegt, für alle Parteien vorteilhafte Ergebnisse zu erzielen. Eine Win-Win-Situation, in der beide Parteien zufrieden sind und die langfristigen Beziehungen gestärkt werden, ist jedoch nicht immer einfach zu erreichen. Im Folgenden werden typische Fehler identifiziert und korrigiert, sowie ein Handlungsleitfaden zur Umsetzung einer Win-Win-Strategie in den nächsten Wochen vorgestellt.

Typische Fehler und deren Korrektur

Ein häufiger Fehler in Verhandlungen ist die Annahme eines Nullsummenspiels, bei dem jede Partei davon ausgeht, dass der Gewinn der einen Partei automatisch den Verlust der anderen bedeutet. Diese Einstellung kann durch den Ansatz der integrativen Verhandlung korrigiert werden, bei dem beide Parteien ermutigt werden, ihre Interessen zu formulieren und nach gemeinsamen Nennern zu suchen, etwa durch Fragen wie "Wie können wir beide von dieser Vereinbarung profitieren?"

Ein weiterer Fehler ist der Fokus auf Positionen statt auf Interessen. Während Positionen oft starr und eng geführt werden, spiegeln Interessen die tieferliegenden Bedürfnisse und Motivationen wider, die flexibler ausgehandelt werden können. Dieser Fehler lässt sich durch die Ermittlung von Grundbedürfnissen und damit einem besseren Verständnis der Gegenseite korrigieren. Fragen Sie sich: Was ist das eigentliche Ziel Ihres Verhandlungspartners? Gibt es alternative Wege, diese Ziele zu erreichen, die mit Ihren Interessen vereinbar sind?

Schliesslich kann die unzureichende Vorbereitung ein wesentlicher Stolperstein sein. Viele Verhandlungsführer gehen unvorbereitet oder schlecht vorbereitet in Diskussionen. Dies lässt sich durch gründliche Recherche und Planung, etwa durch das Sammeln von Informationen über die Marktbedingungen oder die Position der Gegenseite, vermeiden. Bereiten Sie auch mögliche Szenarien vor und entwickeln Sie Optionen, um während der Verhandlung flexibel agieren zu können.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Woche 1–2: Beginnen Sie mit einer sorgfältigen Analyse der bevorstehenden Verhandlungen. Identifizieren Sie die Interessen beider Parteien und erstellen Sie ein Profil möglicher Gemeinsamkeiten. Führen Sie intensive Recherchen durch, um alle relevanten Informationen zusammenzutragen, und entwickeln Sie ein Portfolio potenzieller Win-Win-Lösungen.
  2. Woche 2–3: Fokussieren Sie sich auf die Entwicklung eines Gesprächsleitfadens, der Fragen zu den Kerninteressen und Bedürfnissen beider Parteien beinhaltet. Üben Sie den Umgang mit diesen Fragen in Rollenspielen, um Ihre Komfortzone zu erweitern und Ihre Flexibilität zu stärken.
  3. Woche 3–4: Führen Sie die Verhandlungen gemäss Ihrem vorbereiteten Plan durch und achten Sie darauf, stets den Fokus auf gemeinsame Interessen zu behalten. Seien Sie offen für Anpassungen und Ergänzungen Ihrer Vorschläge basierend auf neuen Informationen, die sich während der Verhandlung ergeben.

Nach diesem Übungszeitraum sollten Sie eine bessere Grundlage haben, um Ihre Verhandlungsführung so zu gestalten, dass beide Parteien optimal zufrieden gestellt werden, wodurch langfristige und stabile Geschäftsbeziehungen entstehen können.