Verlässlichkeit durch erweiterte Unit Tests sichern

Autor: Roman Mayr

Verlässlichkeit durch erweiterte Unit Tests sichern

Testautomatisierung ·

Eine solide Erweiterung von Unit Tests ist entscheidend, um die Qualität von Softwareprojekten langfristig zu sichern und Wartungskosten zu reduzieren. Der Fokus sollte darauf liegen, bestehende Unit Tests zu verbessern und neue Testfälle einzuführen, um die Abdeckung zu maximieren und die Zuverlässigkeit des Codes zu erhöhen.

Typische Fehler bei der Erweiterung von Unit Tests


  1. Unzureichende Abdeckung bestehender Funktionen:
Ein häufiger Fehler besteht darin, lediglich neue Funktionen mit zusätzlichen Unit Tests zu versehen, während bestehende Funktionalitäten unzureichend getestet bleiben. Dadurch entstehen Lücken, die zu unerwarteten Fehlern in bereits ausgelieferten Features führen können.

Korrektur: Analysieren Sie den aktuellen Stand der Testabdeckung mithilfe von Code-Coverage-Tools. Fokussieren Sie sich auf Kernfunktionen mit geringer Testabdeckung und ergänzen Sie die fehlenden Tests. Priorisieren Sie dabei Funktionalitäten, die kritische Geschäftslogik abdecken.

  1. Zu enge Kopplung der Unit Tests mit der Implementierung:
Manchmal werden Unit Tests so geschrieben, dass sie zu stark von der momentanen Implementierung abhängen. Dies kann dazu führen, dass Tests bei jeder Implementierungsaenderung brechen, obwohl die gewünschte Funktionalität weiterhin korrekt ist.

Korrektur: Trennen Sie die Unit Tests von der Implementierungslogik, indem Sie sich auf das beobachtbare Verhalten der Module und nicht auf deren interne Mechanismen konzentrieren. Orientieren Sie sich an den Spezifikationen und prüfen Sie die Testfälle ständig auf Redundanzen und übermässige Detailabhängigkeit.

  1. Vernachlässigung negativer Testfälle:
Häufig liegt der Fokus bei Unit Tests auf dem erwarteten, korrekten Verhalten der Software. Negative Testfälle, die absichtliche Fehlersituationen testen, werden oft vernachlässigt, was zu unentdeckten Schwachstellen führen kann.

Korrektur: Entwickeln Sie systematisch negative Testfälle, um sicherzustellen, dass Ihre Funktionen robust gegenüber ungültigen Eingaben und fehlerhaften Nutzungsszenarien sind. Diese negativen Tests helfen zudem, die Fehlerbehandlung und Ausnahmesteuerung im Code zu validieren.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Analyse und Planung (Tag 1–7):
Beginnen Sie mit einer umfassenden Analyse der aktuellen Testabdeckung. Nutzen Sie geeignete Werkzeuge, um Schwachstellen zu identifizieren, und erstellen Sie eine Prioritätenliste der zu ergänzenden Testfälle.
  1. Erweiterung der Unit Tests (Tag 8–20):
Implementieren Sie zusätzliche Unit Tests basierend auf Ihrer Prioritätenliste. Beginnend mit den kritischen Kernfunktionen, fügen Sie sowohl positive als auch negative Testfälle hinzu. Achten Sie darauf, Tests nicht mit spezifischen Implementierungsdetails zu koppelten.
  1. Überprüfung und Optimierung (Tag 21–30):
Lassen Sie das erweiterte Testset von einem Kollegen überprüfen, um mögliche Lücken oder Verbesserungsansätze zu identifizieren. Führen Sie Tests regelmässig aus, um sicherzustellen, dass sie bei Änderungen im Code stabil bleiben. Optimieren Sie die Tests nach Bedarf und dokumentieren Sie sämtliche Anpassungen.

Durch systematische und iterative Erweiterung der Unit Tests sichern Sie nicht nur die Funktionalität, sondern schaffen auch eine wertvolle Grundlage für künftige Code-Änderungen.