Vermeidung von Sicherheitsrisiken in Cloud-Umgebungen

Autor: Roman Mayr

Vermeidung von Sicherheitsrisiken in Cloud-Umgebungen

Cloud-Infrastruktur ·

Cloud-Infrastrukturen bieten Unternehmen eine flexible und skalierbare Lösung für das Management ihrer IT-Ressourcen. Doch gerade bei der Sicherheit und den Zugriffsmechanismen lauern oft Risiken, die bei unbedachtem Vorgehen drastische Folgen haben können. Eine zentrale Aufgabe bei der Implementierung und Verwaltung von Cloud-Strukturen ist daher die Sicherstellung eines robusten Sicherheitskonzeptes und die präzise Steuerung der Zugriffsrechte auf Ressourcen.

Typische Fehler und deren Korrektur

Ein häufiger Fehler besteht in einer übermässigen Vergabe von Zugriffsrechten. Oft erhalten Benutzer mehr Rechte, als sie für die Ausführung ihrer Aufgaben benötigen, was das Risiko von Datenmissbrauch und Sicherheitsvorfällen erhöht. Um dies zu korrigieren, sollten Unternehmen das Prinzip der „minimalen Rechtevergabe“ umsetzen. Das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter nur jene Zugriffsrechte erhält, die er tatsächlich benötigt. Regelmässige Überprüfungen der Zugriffsrechte helfen dabei, sicherzustellen, dass keine unnötigen Berechtigungen bestehen bleiben.

Ein weiterer typischer Fehler ist die unzureichende Implementierung von Zugangsprotokollen und Überwachungsmechanismen. Ohne eine geeignete Protokollierung entsteht eine Sicherheitslücke, da unautorisierte Zugriffe unbeobachtet bleiben können. Die Integration eines umfassenden Logging-Systems, welches alle Zugriffe und Änderungen in der Cloud-Infrastruktur aufzeichnet, ist essentiell. Zudem sollten diese Logs regelmässig geprüft und ausgewertet werden, um verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen.

Schliesslich stellt die Vernachlässigung von Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Der alleinige Einsatz von Passwortsicherheit reicht nicht mehr aus, um moderne Bedrohungen abzuwehren. Die Einführung einer 2FA für alle administrativen und benutzerseitigen Anmeldungen verstärkt die Zugriffskontrolle erheblich. Dabei kann neben dem Passwort ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor, wie ein einmaliger Code über eine Authentifikator-App, zum Einsatz kommen.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage

In den kommenden zwei bis vier Wochen sollten Unternehmen einen strukturierten Plan erstellen und umsetzen, um die Sicherheit und Zugriffe ihrer Cloud-Infrastruktur zu optimieren:

  1. Inventarisierung der aktuellen Zugriffsrechte: Beginnen Sie in den ersten sieben Tagen mit einer vollständigen Erfassung aller aktuell vergebenen Zugriffsrechte. Erstellen Sie eine Liste, um Transparenz über bestehende Berechtigungen zu gewinnen.
  2. Analyse und Anpassung der Rechte: Überprüfen Sie in den darauffolgenden Tagen die erfassten Zugriffsrechte nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe. Reduzieren Sie zu weitreichende Berechtigungen und dokumentieren Sie die Änderungen.
  3. Implementierung von Zugangsprotokollen: Richten Sie ab der zweiten Woche ein umfassendes Logging-System ein, das alle Zugriffe auf Cloud-Ressourcen detailliert protokolliert. Definieren Sie Verantwortliche, die die Logs regelmässig und systematisch auswerten.
  4. Einführung der Zwei-Faktor-Authentifizierung: Planen und starten Sie in den letzten Tagen des Zeitfensters die Implementierung der 2FA für alle kritischen Zugänge. Informieren Sie die Belegschaft über den Prozess und unterstützen Sie sie bei der Umstellung.

Die Etablierung eines sicheren und kontrollierten Zugriffs auf Cloud-Infrastrukturen ist ein fortlaufender Prozess, der regelmässige Aufmerksamkeit und Anpassung erfordert. Durch die konsequente Umsetzung der oben genannten Schritte kann die Sicherheit signifikant erhöht und das Risiko von unbefugten Zugriffen minimiert werden.