Vertragsverhandlungsfehler im Einkauf vermeiden

Autor: Roman Mayr

Vertragsverhandlungsfehler im Einkauf vermeiden

Einkaufsmanagement ·

Im Einkaufsmanagement sind effektive Vertragsverhandlungen entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Bei Vertragsverhandlungen steht nicht nur der Preis im Vordergrund, sondern auch die langfristige Sicherung der Lieferfähigkeit, Qualität und Partnerschaft. Verhandlungen erfordern eine gründliche Vorbereitung und eine strategische Herangehensweise, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Typische Fehler und deren Korrektur

Ein häufiger Fehler in Vertragsverhandlungen ist die unzureichende Vorbereitung. Viele Einkäufer begehen den Fehler, in Verhandlungen zu treten, ohne alle relevanten Informationen über den Lieferanten, Markttrends oder spezifische Produktdetails zu besitzen. Um dies zu verhindern, sollten sich Einkäufer intensiv mit den Marktbedingungen, den Preisentwicklungen und der wirtschaftlichen Lage des Lieferanten auseinandersetzen. Kenntnisse über die Konkurrenz und mögliche Alternativen stärken die eigene Verhandlungsposition erheblich.

Ein weiterer gängiger Fehler ist die Fokussierung auf den Preis als alleiniges Kriterium. Dies kann dazu führen, dass wichtige Aspekte wie Zahlungs- und Lieferbedingungen, Qualitätssicherungsprozesse und Nachverhandlungen übersehen werden. Eine umfassendere Betrachtung der Vertragspunkte kann helfen, ein besseres Gesamtpaket auszuhandeln, das den Unternehmensbedürfnissen gerecht wird. Hierbei ist es ratsam, eine Checkliste mit allen kritischen Verhandlungspunkten zu erstellen und diese systematisch abzuarbeiten.

Ein dritter Fehler besteht darin, sich während der Verhandlungen zu defensiv oder zu aggressiv zu verhalten. Ein übermässig aggressiver Verhandlungsstil kann den Verhandlungspartner verprellen, während eine zu defensive Haltung möglicherweise zu suboptimalen Vertragsbedingungen führt. Die Balance zu finden und einen kooperativen Umgangston zu bewahren, schafft Vertrauen und fördert eine langfristige Partnerschaft. Aktives Zuhören und das Einbringen von Lösungsvorschlägen fördern ein konstruktives Verhandlungsklima.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage


  1. Vorbereitung (Tage 1–7): Beginnen Sie mit einer umfassenden Recherche zu Ihren aktuellen und potenziellen Lieferanten. Analysieren Sie Marktdaten, studieren Sie Marktberichte und erwerben Sie fundiertes Wissen über die Produkte, die Sie verhandeln möchten. Erarbeiten Sie ein Dossier mit allen relevanten Informationen und schlüsselelementen des Liefervertrags.
  2. Checkliste und Strategieentwicklung (Tage 8–14): Erstellen Sie eine Checkliste aller wichtigen Verhandlungspunkte. Legen Sie Prioritäten fest und entwickeln Sie eine klare Strategie mit Haupt- und Nebenzielen. Identifizieren Sie mögliche Kompromisse, die Sie eingehen können, und bestimmen Sie klare Grenzen.
  3. Simulations- und Rollenspiele (Tage 15–20): Üben Sie Verhandlungsgespräche im Team, um verschiedene Szenarien und Reaktionen des Verhandlungspartners durchzuspielen. Dies kann etwa in Form von Rollenspielen geschehen, bei denen Teammitglieder in die Rollen der Verhandlungspartner schlüpfen.
  4. Verhandlungsdurchführung (Tage 21–30): Bereiten Sie die eigentlichen Verhandlungen gründlich vor. Sammeln Sie alle benötigten Unterlagen und treffen Sie sich mit dem Verhandlungspartner entweder persönlich oder digital. Hören Sie aktiv zu, zeigen Sie Verständnis für die Bedürfnisse Ihres Partners und arbeiten Sie gemeinsam an einem vorteilhaften Ergebnis für beide Seiten.

Durch die schrittweise Vorbereitung und eine durchdachte Strategie können Sie Vertragsverhandlungen erfolgreicher gestalten und bessere Konditionen für Ihr Unternehmen erzielen.