Vertrauenswürdigkeit durch KI-Transparenz

Autor: Roman Mayr

Vertrauenswürdigkeit durch KI-Transparenz

Responsible AI & Compliance ·

Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der Künstlichen Intelligenz

Die zunehmende Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in geschäftliche Prozesse erfordert ein gesteigertes Augenmerk auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit der eingesetzten Systeme. Diese beiden Faktoren sind essenziell, um das Vertrauen sowohl von Kunden als auch von Regulierungsbehörden zu gewinnen. Firmen müssen sicherstellen, dass ihre KI-Systeme nicht nur effektiv, sondern auch verantwortungsvoll und klar nachvollziehbar arbeiten.

Typische Fehler und deren Korrektur


  1. Mangelnde Dokumentation der Entscheidungsprozesse: Ein häufig anzutreffendes Problem ist die unzureichende Dokumentation der Entscheidungskriterien und Algorithmen, die hinter einem KI-Modell stehen. Ohne transparente Offenlegung dieser Prozesse bleibt unklar, wie Entscheidungen getroffen werden, was zu Misstrauen führen kann. Die Korrektur besteht darin, detaillierte Dokumentationen zu erstellen, die den gesamten Entscheidungsprozess abbilden, von den Ausgangsdaten bis zu den Ergebnissen. Diese Dokumentationen sollten regelmässig aktualisiert und zugänglich gemacht werden.
  2. Unzureichende Erklärbarkeit der Modellentscheidungen: Viele KI-Modelle, insbesondere solche, die auf tiefem Lernen basieren, gelten als "Black Boxes", weil ihre internen Prozesse schwer zu verstehen sind. Ein häufig begangener Fehler ist es, dieses Problem zu ignorieren. Unternehmen sollten stattdessen Techniken zur Erklärbarkeit implementieren, die die zugrundeliegenden Mechanismen aufschlüsseln. Methoden wie LIME (Local Interpretable Model-Agnostic Explanations) oder SHAP (Shapley Additive Explanations) können helfen, die Vorhersagen der Modelle verständlich zu machen.
  3. Versäumnis bei der Überwachung und Anpassung von Modellen: Nach der Implementierung eines KI-Systems kann es vorkommen, dass die Modelle nicht ausreichend überwacht oder angepasst werden, um Änderungen in den Daten oder im Geschäftsprozess zu reflektieren. Die Korrektur besteht in der Etablierung regelmässiger Überprüfungsprozesse, um die Leistung und Präzision des Modells kontinuierlich zu bewerten und anzupassen.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage

In den kommenden 14 bis 30 Tagen sollten Unternehmen folgende Schritte unternehmen, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit ihrer KI-Systeme zu verbessern:

  • Tag 1-7: Bestandsaufnahme und Dokumentation
Identifizieren Sie alle aktuell eingesetzten KI-Modelle und beginnen Sie mit der umfassenden Dokumentation der jeweiligen Entscheidungsprozesse. Notieren Sie die Algorithmen, verwendeten Daten und wichtige Entscheidungspunkte.
  • Tag 8-14: Einführung von Erklärbarkeitswerkzeugen
Implementieren Sie geeignete Erklärbarkeitswerkzeuge für Ihre Modelle. Durchführen Sie Pilotprojekte mit LIME oder SHAP bei einigen Ihrer Schlüsselfunktionen und bewerten Sie deren Nutzbarkeit.
  • Tag 15-21: Überprüfung und Weiterbildung
Überprüfen Sie die bisherigen Ergebnisse und legen Sie einen Prozess zur regelmässigen Anpassung und Überwachung Ihrer KI-Modelle fest. Bilden Sie zudem relevante Mitarbeiter im Umgang mit den neuen Erklärbarkeitswerkzeugen weiter.
  • Tag 22-30: Optimierung und Kommunikation
Optimieren Sie bei Bedarf die implementierten Verfahren weiter. Erstellen Sie einen Kommunikationsplan, um Ihre Anstrengungen im Bereich Transparenz und Nachvollziehbarkeit sowohl intern als auch extern zu kommunizieren.

Durch das systematische Vorgehen in diesen vier Phasen kann ein Unternehmen seine KI-Prozesse deutlich transparenter gestalten und somit das Vertrauen in sein System stärken.