Zero Trust für Schweizer KMU erfolgreich umsetzen

Autor: Roman Mayr

Zero Trust für Schweizer KMU erfolgreich umsetzen

IT-Sicherheit & Compliance ·

Zero Trust-Ansatz: Praktische Umsetzung in KMU

Der Zero Trust-Ansatz hat sich als effektive Strategie zur Verbesserung der IT-Sicherheit etabliert, indem er davon ausgeht, dass weder Systeme innerhalb noch ausserhalb des Unternehmensnetzwerks ohne Prüfung Vertrauen geniessen. Für Schweizer KMU, die ihre IT-Sicherheitsmassnahmen verstärken möchten, bietet Zero Trust eine vielversprechende Möglichkeit. Allerdings ist die nüchterne Beachtung gängiger Fehler bei der Implementierung essenziell.

Typische Fehler und deren Korrektur

Fehler 1: Fehlendes Bewusstsein für Netzwerksegmentation
Viele Unternehmen beginnen zwar mit der Einführung von Zero Trust, doch oft wird das Potenzial der Netzwerksegmentierung nicht voll ausgeschöpft. Ein unzureichend segmentiertes Netzwerk kann es Angreifern erleichtern, sich lateral fortzubewegen und auf kritische Systeme zuzugreifen.

Lösung: Starten Sie mit einer klaren Kartierung der vorhandenen Netzwerkressourcen und identifizieren Sie kritische Assets. Implementieren Sie anschliessend Mikrosegmentierung, indem Sie Zugriffsrichtlinien basierend auf Benutzerrollen und -anforderungen einführen. Dies beschränkt den Zugriff auf Daten ausschliesslich auf diejenigen, die sie tatsächlich benötigen.

Fehler 2: Vernachlässigte Überwachung und Analyse
Ein weiterer häufiger Fehler besteht in der Annahme, dass die Implementierung von Zero Trust allein ausreicht und fortlaufende Überwachungen entbehrlich sind. Ohne sorgfältige Überwachung und Analyse können jedoch Anomalien und potenzielle Bedrohungen unentdeckt bleiben.

Lösung: Nutzen Sie fortschrittliche Überwachungs-Tools, die kontinuierliche Analysen von Netzwerkaktivitäten ermöglichen und Anomalien identifizieren können. Schulen Sie Ihr IT-Team regelmässig für den Umgang mit solchen Tools und entwickeln Sie ein klares Protokoll für die Reaktion auf identifizierte Bedrohungen.

Fehler 3: Unzureichende Identitäts- und Zugriffsverwaltung (IAM)
Oftmals wird bei der Einführung von Zero Trust die IAM-Komponente vernachlässigt, obwohl sie entscheidend für den Zugangsschutz ist. Fehlende Voraussetzungen für die genaue Identitätsprüfung können Sicherheitslücken schaffen.

Lösung: Implementieren Sie eine robuste IAM-Lösung, die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) einschliesst. Stellen Sie sicher, dass alle Benutzerkonten regelmässig überprüft und bei Bedarf aktualisiert oder gelöscht werden, insbesondere bei Mitarbeiterwechseln.

Handlungsanleitung für die nächsten 14 bis 30 Tage


  1. Erste Woche: Analyse und Planung
  • Beginnen Sie mit einer umfassenden Bestandsaufnahme Ihrer IT-Ressourcen und Netzwerkstrukturen.
  • Identifizieren Sie entscheidende Assets und Schlüsselpersonen, die Zugang zu sensiblen Daten benötigen.
  • Arbeiten Sie an der Erstellung eines vorläufigen Zero Trust Implementierungsplans.

  1. Zweite Woche: Pilotphase und Anpassungen
  • Pilotieren Sie die Netzwerksegmentation und IAM-Erweiterungen in einem kleinen, kontrollierten Bereich.
  • Führen Sie erste Überwachungen durch und justieren Sie die Sicherheitsrichtlinien nach Bedarf.
  • Sammeln Sie Daten und Feedback zur Weiterverarbeitung.

  1. Dritte und vierte Woche: Skalierung und Feinabstimmung
  • Erweitern Sie die Implementierung basierend auf den Pilot-Erfahrungen auf das gesamte Unternehmen.
  • Schärfen Sie die Monitoring-Protokolle und schulen Sie IT-Mitarbeitende im proaktiven Umgang mit Bedrohungsszenarien.
  • Evaluieren und dokumentieren Sie laufend die erzielten Fortschritte und verbleibende Herausforderungen.

Durch die konsequente Vermeidung der genannten Fehler und die systematische Herangehensweise an die Implementierung ist es realistisch, die ersten Früchte eines Zero Trust-Systems innerhalb eines Monats sichtbar zu machen.