
Zero-Trust-Prinzipien effektiv realisieren
Zero Trust in der Praxis: Ein umsetzbarer Ansatz
Die Zero-Trust-Strategie verfolgt das Konzept, grundsätzlich keinem Element innerhalb oder ausserhalb des Netzwerks zu vertrauen. Diesem Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass Bedrohungen sowohl intern als auch extern bestehen können und dass ein bedingungsloses Vertrauensverhältnis nicht mehr zeitgemäss ist. Ziel ist es, den Schutz der IT-Infrastruktur durch restriktivere Kontrollen und Authentifizierungen zu erhöhen.
Typische Fehler bei der Umsetzung von Zero Trust
Ein häufiger Fehler besteht darin, Zero Trust ausschliesslich als technologisches Upgrade zu betrachten. Unternehmen beschränken sich oft auf den Einsatz neuer Sicherheitslösungen, ohne die organisatorischen und kulturellen Aspekte zu berücksichtigen. Ein technologischer Fokus ohne begleitende Änderungen in der Sicherheitskultur kann die Wirksamkeit erheblich einschränken. Die Korrektur liegt darin, Zero Trust als umfassenden Ansatz zu verstehen, der sowohl technische als auch organisatorische Veränderungen umfasst.
Ein weiterer verbreiteter Fehler ist die mangelhafte Segmentierung des Netzwerks. Viele Unternehmen versäumen es, ihre Netzwerke ausreichend zu segmentieren, wodurch Angreifern, die einen Teil des Netzwerks kompromittieren, der Zugang zu weiteren Bereichen erleichtert wird. Die Lösung besteht in einer gründlichen Analyse des Netzwerks, um Bereiche zu identifizieren, die segmentiert werden müssen. Eine klare Trennung und Überwachung der Segmente trägt entscheidend zur Sicherheitslage bei.
Ein dritter Fehlschritt ist die unzureichende Berücksichtigung von Identitäts- und Zugriffsmanagement. Unternehmen verlassen sich oft auf veraltete Mechanismen, die keine adaptive Authentifizierung bieten. Hier ist der Einsatz moderner Techniken wie Multifaktor-Authentifizierung (MFA) entscheidend, um den Zugriff nur entsprechend der benötigten Berechtigungen zu gewähren und Zugriffsrechte regelmässig zu überprüfen.
Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage
Tag 1–5: Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Sicherheitsstrategien und -systeme. Identifizieren Sie, welche Bereiche bereits Elemente von Zero Trust berücksichtigen und wo Verbesserungsbedarf besteht. Bilden Sie ein Team, das für die Planung und Umsetzung verantwortlich ist.
Tag 6–10: Entwickeln Sie eine Strategie für die Netzwerksegmentierung, basierend auf Ihrer Bestandsaufnahme. Definieren Sie klare Sicherheitsgrenzen und überlegen Sie, welche Datenschutzmassnahmen in den verschiedenen Segmenten gelten sollen. Berücksichtigen Sie hierbei auch bestehende Compliance-Anforderungen.
Tag 11–15: Fokussieren Sie sich auf das Identitäts- und Zugriffsmanagement. Implementieren Sie wenn möglich eine Multifaktor-Authentifizierung für kritische Systeme und Zugänge. Beginnen Sie mit einer Evaluierung der bestehenden Zugriffsrechte auf Ihre IT-Ressourcen.
Tag 16–20: Schulen Sie Ihr Personal auf die neuen Sicherheitsrichtlinien und -praktiken. Eine gut informierte Belegschaft ist entscheidend für den Erfolg von Zero Trust. Entwickeln Sie Schulungsunterlagen und führen Sie erste Seminare durch, um das Sicherheitsbewusstsein zu fördern.
Tag 21–30: Starten Sie mit der schrittweisen Implementierung der geplanten Massnahmen. Überwachen Sie engmaschig die Auswirkungen auf die IT-Infrastruktur und passen Sie den Plan bei Bedarf an. Richten Sie zudem Prozesse ein, um die kontinuierliche Einhaltung der neuen Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
Durch sorgfältige Planung, Durchführung und Überwachung kann Zero Trust erfolgreich in die bestehende IT-Infrastruktur integriert werden, um Unternehmen vor aktuellen und zukünftigen Bedrohungen besser zu schützen.